Der Fachanwalt Verkehrsrecht und sein breitgefächertes Beratungs- und Vertretungsspektrum

Die individuelle Beratung seiner Mandanten in verkehrsrechtlichen Belangen und bei Schadensereignissen gehören zu den Spektren von einem Anwalt für Verkehrsrecht. Dabei sind die Themen umfangreicher, als es auf den ersten Blick erscheint.

Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht wird nicht nur benötigt, wenn es sich um Fragen zu einem Bußgeldbescheid handelt. Allerdings ist ein Fachanwalt für Verkehrsrecht in diesem Zusammenhang hilfreich, um einen Einspruch in der 14-tägigen Einspruchsfrist korrekt zu formulieren. Dafür kann er Akteneinsicht beantragen, wodurch sich der aktuelle behördliche Ermittlungsstand erkennen lässt. Zum Beispiel in puncto Zeugen und Hinweise. Dieser Vorgang ist in die Abwicklung des gesamten Unfalls eingebunden, zu der auch die Erstellung eines Gutachtens und das Anmieten eines Ersatzautos sowie die Einholung von ärztlichen Attesten gehören.
Weiterhin wird ein Rechtsanwalt Verkehrsrecht tätig, wenn es um die Durchsetzung von Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüchen geht.
In den Bereich der Geltendmachung von Ansprüchen gehört nicht nur der Sachschaden, sondern auch der Nutzungsausfall, das Schmerzensgeld, der Haushaltsführungsschaden sowie der Verdienstausfall und alle auf den Unfall basierenden Kosten.

Andererseits vertritt ein Fachanwalt Verkehrsrecht auch Speditionen, Autohäuser, Versicherungen und andere Unternehmen der privaten Wirtschaft sowie auch der öffentlich rechtlichen Institutionen.

Für seine Mandantschaft kann der Fachanwalt die Vertretung und natürlich auch die Verteidigung übernehmen. Dies ist ein wichtiger Aspekt vor allem dann, wenn es sich um einen selbst- oder fremdverschuldeten Unfall handelt. Liegt ein solches Ereignis vor, übernimmt der Anwalt die Korrespondenz, den Austausch, mit den Versicherungsfirmen.
Anhand von gleich oder ähnlich gelagerten Fällen sowie Erfahrungswerten können die Chancen vor Gericht von einem Rechtsanwalt Verkehrsrecht eingeschätzt werden.
Wird eine außergerichtliche Einigung angestrebt, ist der Fachanwalt ebenfalls der richtige Ansprechpartner.

Welche Kosten können entstehen?
Dieser Punkt sollte im Vorfeld der Beauftragung geklärt werden. Auch dann, wenn eine Rechtsschutzversicherung vorliegt.
Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz oder eine Vergütungsvereinbarung kann als Grundlage dienen. Vor dem Gesetz haben beide Vorrang. Trotzdem müssen sie sich an genau definierte Eckdaten orientieren. In Bezug zu Verantwortung sowie Leistung und Haftungsrisiko ist das Verhältnis einzuhalten. Außerdem darf eine Erstberatung lt. § 34 des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) maximal 190 Euro kosten. Vielfach wird diese von den Fachanwälten auch kostenlos angeboten.

Welche Voraussetzungen muss ein Verkehrsanwalt erfüllen?
Er muss ein Studium der Rechtswissenschaften, das neun Semester umfasst, und ein zweijähriges Referendariat abgeschlossen haben. Nach dem zweiten Staatsexamen kann er sich als Volljurist spezialisieren.
Die „BRAK“ (Bundesrechtsanwaltskammer) bestimmt in der Satzung die Regeln für den Rechtsanwalt und dessen Fachanwaltstitel.

Entsprechend der „BRAK“ müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
– Teilnahme an einem Fachanwaltslehrgang für Verkehrsrecht (120 Stunden)
– den Nachweis erbringen, dass bestimmte Klausuren und Prüfungen bestanden wurden
– in den zurückliegenden Jahren Bearbeitung von mindestens 160 Fällen, wovon nicht weniger als 60 in einem gerichtlichen Verfahren behandelt wurden.

Zusätzlich sind mindestens 15 Fälle vom angehenden Fachanwalt zu bearbeiten, die mit jeweils fünf Fällen in einem der folgend genannten Bereiche gehören.
– Verkehrszivilrecht: Fokus auf Verkehrshaftungsrecht und Verkehrsvertragsrecht
– Versicherungsrecht: Fokus auf Kraftfahrtversicherung, Kaskoversicherung sowie Personenversicherung
– Fahrerlaubnisrecht
– die Besonderheiten der Verfahrens- und Prozessführung

Außerdem muss mindestens eine Fortbildung per anno besucht werden. Diese muss der „BRAK“ zur Bescheinigung vorgelegt werden. Ersatzweise kann eine themenrelevante Veröffentlichung erfolgen.
Diese Regeln sind in § 15 der Fachanwaltsordnung (FAO) festgehalten.

Nach Erfüllung dieser Voraussetzungen wird der Titel „Fachanwalt“ von der „BRAK“ verliehen. Damit kann sich der Fachanwalt Verkehrsrecht in unterschiedlichen Berufsverbänden engagieren. Damit kann er an weiteren Seminaren und Kursen teilnehmen.

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